Plastisch-rekonstruktive Chirurgie
bei Unfallfolgen
Unfälle können Haut, Weichteile, Muskeln, Sehnen, Nerven oder Knochen nachhaltig schädigen und zu funktionellen sowie sichtbaren Beeinträchtigungen führen. Die plastisch-rekonstruktive Chirurgie hat das Ziel, Form und Funktion betroffener Körperregionen wiederherzustellen.
Die Behandlung wird individuell geplant und erfolgt bei Bedarf in enger Zusammenarbeit mit Unfallchirurgie und Orthopädie, Gefäßchirurgie und weiteren Fachdisziplinen. Ziel ist es, Schmerzen und Einschränkungen zu verringern und Ihnen ein Höchstmaß an Funktion und Lebensqualität zurückzugeben.


Form und Funktion zurückgewinnen
Wiederherstellung für mehr Funktion und Lebensqualität
Je nach Art und Ausmaß der Verletzung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Dazu zählen die Rekonstruktion von Haut- und Weichteildefekten mit Hauttransplantaten oder körpereigenem Gewebe, die Behandlung von Narben und die Wiederherstellung von Beweglichkeit und Belastbarkeit. Bei komplexen Verletzungen können mikrochirurgische Techniken erforderlich sein, um Gewebe mit seiner Blutversorgung bei Bedarf samt Muskeln und Knochen zu übertragen oder auch um Nerven und Gefäße zu rekonstruieren.
Behandlungsübersicht
Defektdeckung nach Unfällen
Unfälle erfordern häufig größere operative Eingriffe. In einigen Fällen kommt es hierbei zu Wundheilungsstörungen, weil Unterhautgewebe, Muskeln und Sehnen so stark geschädigt sind, dass der Defekt nicht von selbst heilen kann.
Der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie stehen verschiedene Verfahren zur gezielten Defektdeckung zur Verfügung, um freiliegende Strukturen zu schützen und die Voraussetzungen für Heilung und Funktionserhalt zu schaffen.
Abhängig von Größe, Tiefe und Lokalisation der Verletzung kommen Hauttransplantate, lokale Gewebeverschiebungen oder die Übertragung von körpereigenem Gewebe mit eigener Blutversorgung zum Einsatz. Bei komplexen Verletzungen können mikrochirurgische Verfahren erforderlich sein. Sollte Fremdmaterial, das zu lange in der Wunde lag, Ursache für Ihre Beschwerden sein, so wird dies entfernt oder in Zusammenarbeit mit der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie ausgetauscht.
Ziel ist ein stabiler, gut durchbluteter Wundverschluss, eine möglichst gute Wiederherstellung von Form und Funktion und ein ästhetisches Ergebnis, mit dem Sie sich wohl fühlen.
Korrektur von Spätfolgen nach Unfällen
Auch nach abgeschlossener Unfallbehandlung können Beschwerden oder sichtbare Veränderungen zurückbleiben. Narben können schmerzhaft, verhärtet, eingezogen oder auch instabil sein und die Beweglichkeit von Gelenken oder Körperregionen einschränken. Ebenso können Gewebeverluste, Asymmetrien oder funktionelle Beeinträchtigungen erst im Verlauf deutlich werden.
Die plastisch-rekonstruktive Chirurgie bietet verschiedene Möglichkeiten zur Korrektur solcher Unfallfolgen. Je nach Befund können Narben gelöst oder umgelagert, fehlendes Gewebe ergänzt und funktionell störende Veränderungen behandelt werden. Die Therapie wird individuell geplant – mit dem Ziel, Beschwerden zu lindern, Beweglichkeit zu verbessern und ein möglichst harmonisches Erscheinungsbild zu erreichen.
Funktionelle Ersatzoperationen nach Nerven-, Muskel- oder Sehnenverletzungen
Verletzungen peripherer Nerven sowie der Muskeln oder Sehnen können zu Lähmungen, Kraftverlusten und Einschränkungen der Beweglichkeit an Armen oder Beinen führen. Wenn eine direkte Wiederherstellung der geschädigten Struktur nicht möglich ist oder nicht den gewünschten Funktionsgewinn erwarten lässt, können funktionelle Ersatzoperationen eine wichtige Behandlungsoption sein.
Dabei werden funktionsfähige Muskel-Sehnen-Einheiten so verlagert, dass sie eine ausgefallene Bewegung übernehmen können. Auch Nervenrekonstruktionen oder Nervenübertragungen können dazu beitragen, motorische und sensible Funktionen wiederherzustellen. Welche Methode geeignet ist, richtet sich nach Art, Zeitpunkt und Ausmaß der Verletzung sowie nach der vorhandenen Restfunktion.
Ziel ist es, die Selbstständigkeit im Alltag zu verbessern und wichtige Bewegungsabläufe der oberen oder unteren Extremität möglichst wiederherzustellen.
Plastisch-rekonstruktive Chirurgie bei Unfallfolgen am Klinikum Passau
In der Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum Passau entwickeln wir für jede Patientin und jeden Patienten ein individuell abgestimmtes Rekonstruktionskonzept. Je nach Befund reichen die Möglichkeiten von der Defektdeckung mit Hauttransplantaten oder Lappenplastiken über Narbenkorrekturen bis zu funktionellen Ersatzoperationen bei Verletzungen peripherer Nerven sowie bei Muskel- oder Sehnenverlust.
Durch die enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, der Gefäßchirurgie, der Radiologie und weiteren Fachdisziplinen am Klinikum Passau profitieren Sie von kurzen Wegen und einer umfassenden Behandlung. Auch bei komplexen Verletzungsfolgen können mikrochirurgische Verfahren eingesetzt werden, um gut durchblutetes Gewebe zu übertragen oder geschädigte Strukturen zu rekonstruieren.
